Position

‚Netzwerk Wissenschaftsfreiheit‘

Distanzierung vom “Netzwerk Wissenschaftsfreiheit”

Wir fordern einen Austritt und eine deutliche Distanzierung der Dozierenden aus und von dem „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“. Damit sprechen wir explizit die folgenden Personen an:

Paul Cullen, Arzt

Alexander Dilger, Ökonom

Daniel Friedrich, Philosoph

Erhart Graefe, Ägyptologin

Majolie Lenerz-de Wilde, Ur- und Frühgeschichte

Alexandra von Lieven, Ägyptologin

Klaus Morawetz, Theoretischer Physiker

Bijan Nowrouslan, Jurist

Rüdiger Schmitt, Theologe

Michael Schwartz, Historiker

Seit der Gründung des sogenannten „Netzwerks Wissenschaftsfreiheit“ letzten Jahres beobachten wir dessen Entwicklung mit großer Sorge. Die Bestrebungen, sich der soviel zitierten „Cancel Culture“ entgegen stellen zu wollen, hat die Süddeutsche Zeitung im Februar treffend mit „[…] denen, die bislang in der Hierarchie unangefochten an der Spitze standen, wird mulmig zumute“ zusammengefasst. 

Reproduktion von Rassismus!

Der heutige Stand ist aber über die übliche bürgerliche Angst, Privilegien zu verlieren, weit hinausgewachsen. Sie stellen sich nicht nur hinter den Abtreibungsgegner Paul Cullen, sondern beschweren sich auf ihrer Webseite über ein Sprachverbot zum Thema Menschenrassen. Ob es menschliche Rassen gebe, solle wieder „Gegenstand sachorientierter biologischer und wissenschaftsphilosophischer Diskussionen“ sein.

Dieser widerwärtigen und geschichtsvergessenen Argumentation, die offenbar das Ziel verfolgt, im Jahr 2021 doch endlich wieder über menschliche Rassen sinnieren und diskutieren zu dürfen, stellen wir uns mit aller Schärfe entgegen. Rassismus darf nicht noch salonfähiger gemacht werden, stattdessen muss er jeden Tag aufs Neue gemeinsam bekämpft werden. 

Natürlich hat auch die privilegierte Mehrheitsgesellschaft ein Recht auf Meinungsäußerung. Klar muss aber auch sein: Nicht alles, was gesagt werden kann und darf, ist in einem demokratischen Diskurs vertretbar.

Bereits vor dieser öffentlichen Stellungnahme haben wir alle Dozierenden in Münster kontaktiert und zur klaren Distanzierung aufgefordert. Die, die geantwortet haben, verharmlosten entweder das Netzwerk oder positionierten sich offen rassistisch und menschenfeindlich.

Was also tun? Stellt euch mit uns deutlich gegen das Netzwerk. Macht darauf aufmerksam. Lasst uns das nicht hinnehmen. Zum Zeitpunkt dieser Stellungnahme sind neben den zehn Mitgliedern aus Münster 442 weitere Dozierende bundesweit ein Teil davon. Wir finden: jede Unterstützung des Netzwerks ist eine zu viel.

Quellen

Alle Mitglieder des Netzwerkes könnt ihr hier nachlesen:

https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/ueber-uns/mitglieder/

Die Beispiele der laut Netzwerk ‚bedrohten Wissenschaftsfreiheit‘, darunter auch die rassistische Implikation, findet ihr hier:

https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/dokumentation/

Die lesenswerte Jenaer Erklärung, gegen die sich das Netzwerk positioniert, findet ihr hier zum Download:

https://www.uni-jena.de/190910_JenaerErklaerung

Der Artikel der Süddeutschen vom April, aus dem wir zitieren, kann hier nachgelesen werden:

https://www.sueddeutsche.de/politik/netzwerk-wissenschaftsfreiheit-austeilen-und-einstecken-1.5197774

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